Wenn der Knorpel Schaden nimmt

Informationen zur Volkskrankheit Arthrose

Weltweit gilt sie als häufigste Gelenkerkrankung Erwachsener. Hierzulande leiden etwa fünf Millionen Personen an ihr. Zusätzlich ist sie einer der häufigsten Gründe für Hausarztbesuche. Die Rede ist von Arthrose. Obwohl die Gelenkerkrankung vielen Menschen ein Begriff ist, kennen nur wenige ihre Hintergründe. Verwechselungen mit zum Beispiel der Arthritis sind daher häufig. Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel um die Volkskrankheit Arthrose zu bringen.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine degenerative, also eine auf Verschleiß/Abnutzung beruhende Erkrankung des Gelenkknorpels. Infolge der Schädigung des Knorpels können auch angrenzende Strukturen wie z. B. Knochen, Muskeln, Kapseln und Bänder beeinträchtigt werden. Eine Arthrose kann in fast jedem Gelenk entstehen. Am häufigsten betroffen sind jedoch die Gelenke von Knie, Hüfte, Finger und Wirbel.

Wie kommt es zur Arthrose?

In einem Gelenk sind die Enden der Knochen mit widerstandsfähigem Knorpel überzogen. Dieser Knorpel wird von speziellen Zellen gebildet, die ihn bis zu einem gewissen Grad reparieren können. Für die Reparatur muss das Gelenk ausreichend bewegt werden. Hintergrund ist, dass Knorpel nicht durchblutet, sondern durch wechselnden Druck – z. B. beim Laufen – mit Nährstoffen versorgt werden. Eine Arthrose entsteht, wenn die Knorpel-schicht durch Abnutzung dünner und rauer wird. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen wie Verletzungen, Übergewicht, Fehlstellungen, altersbedingte Veränderungen oder auch bakterielle Infektionen des Gelenks. Ist eine Arthrose stark fortgeschritten, kann der Knorpel vollständig abgenutzt sein.

Abbildung: Das Kniegelenk ist häufig von Arthrose betroffen. Bildquelle: arthrocalman (pixabay.com)

Wie macht sich eine Arthrose bemerkbar?

Eine Arthrose kündigt sich meist langsam an. Um sie zu erkennen, ist es wichtig, auf u. a. die folgenden Warnsignale zu achten und bei Verdacht frühzeitig ärztlichen Rat zu einzuholen:

  • Anlaufschmerz und Gelenkschmerzen bei Belastung oder dauerhaft (bei fortgeschrittener Arthrose)
  • Gelenksteifigkeit (am Morgen)
  • Schwellung und Bewegungseinschränkung des Gelenks

Wie wird die Arthrose festgestellt und behandelt?

Diagnostiziert wird Arthrose mittels Befragung und Untersuchung durch den Arzt sowie bildgebender Verfahren (Röntgen, Gelenkultraschall). Bislang kann eine Arthrose nicht geheilt werden. Mithilfe folgender Ansätze ist aber eine Linderung der Beschwerden möglich. Welche Behandlungsoptionen infrage kommen, hängt immer davon ab, welches Gelenk betroffen ist.

Nicht-medikamentöse Therapien

  • Ausreichende(s) Bewegung und Training z. B. im Rahmen von Rehasport und Ergotherapie, um die Muskeln zu stärken und den Knorpelabbau zu verlangsamen
  • Gelenksentlastung durch Gewichtsabnahme (bei Übergewicht) oder Hilfsmittel (Bandagen, Gehstöcke, Öffnungshilfen für Gläser usw.)
  • Vermeiden von Rauchen und Alkoholkonsum

Medikamentöse Therapien
Bedeutende Medikamente in der Therapie einer Arthrose sind sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, die die Arthrose zwar nicht heilen, aber Schmerzen und Entzündung effektiv lindern können (vor der Einnahme um ärztlichen Rat fragen). Verursacht die Arthrose starke Schmerzen kann eine Kortisoninjektion ins betroffene Gelenk helfen.

Operationen
Mittels gelenkerhaltender Operation können Orthopäden z. B. lose Knorpelteile, die zu Schmerzen führen, entfernen. Bei stark fortgeschrittener Arthrose des Knies oder der Hüfte kann der operative Einsatz eines künstlichen Gelenks (Endoprothese) sinnvoll sein.

Wie kann einer Arthrose vorgebeugt werden?

Arthroseprävention und -behandlung sind nicht klar voneinander zu trennen. Alle Maßnahmen, die geeignet sind, einer Arthrose vorzubeugen, können auch den Verlauf einer bereits bestehenden Arthrose günstig beeinflussen. So kannst du einer Arthrose vorbeugen:

Foto: Nordic Walking beugt Arthrose vor. Bildquelle: hoteleuropalubin (pixabay.com)

  • Arthrosegerechte Ernährung (hoher Pflanzenanteil, wenig rotes Fleisch und tierische Fette)
  • Gelenkfreundliche Sportarten z. B. Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking
  • Vermeiden von ruckartigen Bewegungen wie sie etwa beim Fußball, Tennis oder Squash auftreten
  • Vermeidung von Übergewicht
  • Gezielter Muskelaufbau
  • Meiden von Alkohol und Nikotin (beide Gifte schädigen Knorpelzellen)

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und rheumatoider Arthritis?
Bei Arthrose und Arthritis handelt es sich um Erkrankungen der Gelenke, die aber völlig unterschiedliche Ursachen haben. Während ein (altersbedingter) Gelenkverschleiß die Ursache von Arthrose ist, wird die Arthritis, die mit einer Entzündung des Gelenks einhergeht, durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen (z. B. Rheuma) oder Stoffwechselerkrankungen (etwa Gicht) verursacht. Auch im Beschwerdebild unterscheiden sich die beiden Gelenkerkrankungen: Bei der Arthrose schmerzen die Gelenke v. a. bei Bewegung, bei der Arthritis typischerweise auch in Ruhe.