Ab ins Becken!

Mythen rund um den Schwimmbadbesuch

Warme Temperaturen und Sonne satt. Das momentane Sommerwetter lädt zum Sprung ins kühle Nass ein. Daher gehen wir hier einigen Mythen um das Schwimmen und Planschen nach und klären ihren Wahrheitsgehalt und ob sie wirklich als Badetipp taugen.

Baden bei Gewitter ist gefährlich.
Braut sich ein Gewitter zusammen, sollte man schnellstmöglich das Becken verlassen. Die Gründe: Blitze schlagen zumeist an erhöhten Punkten ein, wodurch die aus dem Wasser ragenden Schwimmer einer erhöhten Gefahr des potentiellen Blitzschlags ausgesetzt sind. Darüber hinaus leitet Wasser Strom sehr gut. Dies führt dazu, dass sich bei einem Blitzschlag die elektrische Ladung in alle Richtungen des Beckens ausbreitet. Für darin noch befindliche Menschen besteht dann Lebensgefahr.

Mit vollem Magen sollte man nicht ins Wasser gehen.
Als Kind wurde man z. B. aufgrund drohender Magenkrämpfe nicht selten davor gewarnt, nach dem Essen ins Becken zu gehen. Doch stimmt das überhaupt? Beachtet werden sollte, dass man mit vollem Magen sicher keine schwimmerischen Höchstleistungen erbringen kann, da der Organismus gerade mit dem Verdauungsvorgang beschäftigt ist. Hierzu wird ein großer Teil des Blutes in den Verdauungstrakt geleitet und so das Gehirn und der Rest des Körpers, wie die für das Schwimmen wichtigen Extremitäten, zeitweise schlechter versorgt. Im Extremfall drohen Kreislaufkollaps und Magenkrämpfe. Hört man jedoch auf seine innere Stimme und zieht nach dem Essen (möglichst nur leicht verdauliche Nahrungsmittel) in gemütlichem Tempo seine Bahnen, besteht kaum Gefahr für Komplikationen. Als gefährlicher gilt dagegen ein leerer Magen. In diesem Zustand fehlt dem Schwimmer nämlich erst recht die nötige Energie, die er bzw. sie für die Bewegung braucht. Laut DRLG führt das Baden mit leerem Magen regelmäßig Notarzteinsätze.

Abbildung: Abduschen vor dem Schwimmen nicht vergessen! Bildquelle: padrefilar (pixabay.com)

Vor dem Schwimmen sollte man sich kurz abduschen.
Wenn man im Becken sowieso nass wird, sollte man sich vorher wirklich noch abduschen? Die Antwort ist: Ja! Aus zwei Gründen ist das Duschen vor dem Gang ins Becken sehr wichtig: 1. Wird darauf verzichtet, sich abzuduschen, kann sich der Körper nicht auf den bevorstehenden Temperaturwechsel einstellen, wodurch ein Kreislaufkollaps als Folge nicht auszuschließen ist. 2. Auf unserer Haut tragen wir nicht nur Badekleidung, sondern auch Substanzen wie Schweiß, Parfum, Deodorant und Haarpflegemittel. Waschen wir diese mittels Dusche nicht vorher ab, gelangen all diese Rückstände ins Becken und verunreinigen das Wasser.

Im Wasser bekommt man keinen Sonnenbrand.
Leider hält sich dieser Mythos hartnäckig. Die Wahrheit ist jedoch: Genau das Gegenteil ist der Fall. Sonnenstrahlen (und damit auch UV-Strahlung) können bei bis zu einer Wassertiefe von einem Meter auf unsere Haut einwirken und sie so bei zu geringem Schutz durch z. B. Sonnencreme angreifen. Prof. Steinkraus, Facharzt für Dermatologie und Gründer des Dermatologikums Hamburg, warnt außerdem davor, dass Sonnenstrahlen von Wassertropfen reflektiert und ihre Kraft um ein Vielfaches verstärkt werde.

Foto: Auch wenn Pommes rot-weiß ein sehr beliebter „Schwimmbad-Snack“ ist, sollten sie besser gegen leicht verdauliche Speisen getauscht werden. Bildquelle: pexels (pixabay.com) 

Schwimmen macht hungrig.
Wer kennt es nicht: Kaum ist man aus dem Becken gestiegen schlägt er zu, der Heißhunger und die Lust auf Pommes rot-weiß ist groß. Doch macht Schwimmen wirklich hungrig? Und wenn ja, woran liegt das? Dass Schwimmen hungrig macht, kennt nicht nur fast jeder aus eigener Erfahrung, sondern kann sogar wissenschaftlich begründet werden. Zum einen führt der relativ große Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Wasser dazu, dass die schwimmende Personen Wärme produzieren muss, um ihre Körpertemperatur zu erhalten (Thermogenese), wofür Energie aufgebracht werden muss. Zum anderen wird natürlich auch durch die Schwimmbewegung selbst Energie verbraucht, wofür Energielieferanten wie Kohlenhydrate oder Fette genutzt werden. Auch unser Hormonhaushalt verändert sich durch das Schwimmen. Während Leptin, das das Sättigungsgefühl hervorruft, herunterreguliert wird, wird das Hungergefühl-auslösende Ghrelin verstärkt gebildet.