Ganz schön sonnig!

Wie und warum du dich vor zu viel Sonne schützen solltest

Das anhaltend warme und sonnige Wetter der letzten Wochen hat bei vielen Menschen zu Sommergefühlen geführt und eine Unbeschwertheit hervorgerufen wie man sie aus dem Urlaub kennt. Bei aller Freude über die positiven Aspekte des vielen Sonnenscheins (gute Gemütslage, Vitamin-D-Bildung) sollten jedoch die damit verbundenen Gesundheitsgefahren nicht vergessen werden. Doch was steckt hinter Sonnenbrand, Hitzschlag und Co., wozu können sie führen und wie lassen sie sich vermeiden?

Das Spektrum der von der Sonne ausgehenden Strahlung ist groß. Es umfasst nicht nur für uns sichtbares Licht, sondern auch ultraviolette (UV) und Infrarot (IR)-Strahlung.

UV-Strahlung ist vergleichsweise energiereich und wird abhängig von der Wellenlänge wie folgt unterteilt:

  • UV-C-Strahlung, die besonders reich an Energie ist, wird von den obersten Schichten der Erdatmosphäre vollständig herausgefiltert, sodass sie die Erdoberfläche nicht erreicht.
  • Die energiereiche UV-B-Strahlung wird abhängig vom Zustand der Ozonschicht ebenfalls durch die Atmosphäre ausgefiltert, aber nur zum Teil. Bis zu 10 Prozent der UV-B-Strahlung erreichen noch die Erdoberfläche.
  • Die längerwellige UV-A-Strahlung erreicht weitgehend ungehindert die Erde.

Die Zahl an Hautkrebs-Neuerkrankungen nimmt zu. Dies wird auch am stellvertretend dargestellten Zeitraum von 1970 bis 2013/14 (Abb. oben) für den „schwarzen Hautkrebs“ deutlich. Anmerkung: Erfassungslücken wegen Wiedervereinigung 1989 und Methodenänderung ab 1995. Bildquelle: Zentrum für Krebsregisterdaten, Statistisches Bundesamt (modifiziert)

UV-Strahlung kann nicht nur kurzfristige Schäden wie etwa Sonnenbrand, Sonnenallergie oder Bindehautentzündung, sondern auch langfristige Proble-me wie vorzeitige Hautalterung, Hautkrebs oder eine Linsen-eintrübung des Auges (grauer Star) verursachen. UV-Strahlung dringt in Auge und Haut ein und wird dort von den Körperzellen aufgenommen. In den Zellen ruft die UV-Strahlung unterschied-liche Veränderungen hervor. Die wichtigste ist hierbei die Schädi-gung des Erbmaterials (DNA), die bereits bei geringer UV-Bestrahlung und weit vor einem Sonnenbrand entstehen kann. Zelleigene Reparatursysteme beseitigen in aller Regel diese Schäden wieder. Aber: Häufige, lang andau-ernde und intensive Exposition gegenüber UV-Strahlung überlasten diese Reparatureinheiten. Die entstandenen Schäden werden so nicht mehr vollständig bzw. nicht fehlerfrei repariert und können zu bleibenden Erbgutveränderungen (Mutationen) führen, die ihrerseits das Risiko für Hautkrebs steigern.

So schützt du dich effektiv vor UV-Strahlung

  • Meiden: Intensive Mittagssonne (UV-Index bei Aktivitäten im Freien beachten)
  • Anziehen: Leichte Kleidung und Kopfbedeckungen schützen effektiv vor UV-Strahlung.
  • Augenschutz: Sonnenbrillen beugen Augenschädigungen vor (Linsentrübung, Netzhautschäden etc.).
  • Eincremen: Creme unbedeckte Körperstellen großzügig mit Sonnencreme ein (passender Lichtschutzfaktor)!
  • Baden: Weil Wasser die UV-Strahlung reflektiert und so verstärkt, solltest du dich nach dem Aufenthalt im Wasser erneut eincremen und beim Schwimmen ggf. ein T-Shirt tragen.

Schirm und Hut schützen deine Haut effektiv vor direkter Sonneneinstrahlung. Trage zusätzlich eine Sonnenbrille, um deine Augen zu schonen. Bildquelle: Terri Cnudde (pixabay.com)

Auch ein Übermaß an IR-Strahlung, die auch als Wärmestrahlung bezeichnet wird, kann die Gesundheit beeinträchtigen, z. B. in Form von Hautschäden oder einem Hitzschlag oder Sonnenstich. Bei letzterem kommt es durch intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf zu einem Wärmestau, der die Hirnhäute reizt. Die Folge: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und u. U. Fieber sowie Bewusstseinsstörungen.

So schützt du dich gut vor Infrarot-Strahlung.

  • Trage leichte Kleidung (gute Luftzirkulation!) und eine Kopfbedeckung.
  • Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung.

Bildquelle: mohamed_hassan (pixabay.com)