Würstchen, Gemüsespieß und Co.

Grillen, aber sicher!

Das warme Sommerwetter lädt zum Verweilen auf dem Balkon, im Garten oder Park ein. Häufig wird dabei in geselliger Runde mit Familie oder Freunden gegrillt. Laut einer Umfrage aus dem Vorjahr kommen bei einem Viertel der Befragten in der Grillsaison sogar wöchentlich Würstchen, Gemüsespieß und Co. auf den Rost. Damit deine nächste Grillparty mit Freunden oder der Familie nicht nur lecker, sondern auch gesund und sicher wird, haben wir für dich die folgenden Tipps zusammengestellt.

Pro Jahr kommt es in Deutschland zu 3.000 bis 4.000 Grillunfällen. Davon enden 400 bis 500 mit schwersten Verbrennungen. Um dies zu vermeiden, helfen folgende Tipps:

Sicheres Grillen

  • Brennbare Flüssigkeiten wie Brennspiritus oder Benzin dürfen keinesfalls zum Anzünden des Grills verwendet werden (große Gefahr von Verpuffung und Flammenrückschlag)!
  • Gelartige Grillanzünder auf Alkoholbasis sind nicht immer ungefährlich. Auf der durch hochsommerliche Temperaturen bis zu 80 Grad Celsius aufgeheizten Holzkohle verflüssigt sich die Grillpaste, wodurch ein explosives Gemisch entsteht, das sich entzünden und schwere Verbrennungen hervorrufen kann.
  • Sicherer als flüssige Anzündhilfen sind feste Grillanzünder (z. B. Zündwürfel oder Trockenspiritus).
  • Verwendest du einen Gasgrill, solltest du vorher alle Anschlüsse prüfen und nach Gebrauch alle Gashähne fest zudrehen. Bewahre die zugehörigen Gasflaschen in kühler Umgebung auf (niemals in der Sonne oder geschlossenen Wohnräumen).

Nicht nur der Genuss, sondern auch die Sicherheit ist ein wichtiges Thema beim Grillen! Bildquelle: andreas160578 (pixabay.com)

  • Der Grill muss fest auf einem nicht entflammbaren, ebenen Untergrund und natürlich im Freien (auch nicht unter einem Sonnenschirm!) stehen – mit mindestens drei Metern Abstand zu brennbaren Gegenständen.
  • Zum Schutz vor Fettspritzern sollten eine Grillschürze und Handschuhe getragen sowie geeignetes Grillbesteck verwendet werden.
  • Bewege den Grill während der Benutzung nicht (erst nach Erkalten).
  • Lösche Restglut mit Sand, gib sie erst völlig abgekühlt in den Abfalleimer.
  • Lasse Kohle nie auf dem Rasen oder auf Beeten etc. ausglühen, denn Kinder können in die Glut greifen / treten.
  • Achte auf Funkenflug, der durch Wind oder die Nutzung eines Blasebalgs entstehen und zu Bränden / Verletzungen führen kann.
  • Lasse Kinder nie unbeaufsichtigt in die Nähe des Grills.

Gesundes Grillen
Besonders das Grillen mittels Holzkohlegrill kann gesundheitliche Risiken hinsichtlich bestimmter Schadstoffe mit sich bringen. Der Hintergrund: Tropft Fett aus dem Grillfleisch oder Öl aus der Marinade in die Kohlenglut, können Schadstoffe (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK) entstehen, die teilweise krebserregend sind. Beim Grillen gelangen sie über den aufsteigenden Rauch an das Grillgut und von dort aus in den Körper. Zusätzlich entsteht ein Risiko, wenn Fleisch und Fisch zu lange in zu großer Hitze gegrillt werden. Hierbei entwickeln sich krebsverdächtige Substanzen (heterozyklische aromatische Amine, HAA). Nicht zu vergessen ist, dass sich beim Grillen mit Holzkohle Rauch entwickelt, der neben dem genannten PAK-Risiko auch den Ausstoß von z. B. Feinstaub sowie Kohlenstoffmonoxid mit sich bringt. Beachtest du die folgenden Tipps kannst du dein Grillvergnügen aber unbesorgt genießen:

Auch beim Grillen sollte auf gesunde, vielfältige Zutaten geachtet werden. Je bunter, desto besser! Bildquelle: RitaE (pixabay.com)

  • Tupfe vor dem Grillen das Fett oder Öl vom Grillgut, damit weniger davon in die Glut gelangt und fange Fett sowie Öl ggf. über eine Abtropfschale im Grill auf, wenn die Kohle an den Seiten liegt.
  • Brate Grillgut nur kurz scharf an (1 – 2 Minuten direkt über der Glut).
  • Grille Gemüßespieße und Co. von der Seite, indem die Kohle seitlich lagert, während das Grillgut in der Mitte liegen. So kann kein Fett in die Glut tropfen.
  • Grille dein Grillgut nicht direkt auf dem Rost, sondern in einer feuerfesten Grillschale. So bleiben Steaks und Co. frei von Schadstoffen wie den genannten PAK. Benutze am besten Schalen ohne Aluminium, denn: Das Leichtmetall kann sich im Körper anreichern und steht im Verdacht, Nieren und Nerven zu schädigen.
  • Schneide unbedingt verkohlte Stellen vom Grillgut ab und iss diese nicht mit!
  • Grille nur ungepökeltes Fleisch. Enthält Grillgut Nitritpökelsalz, entstehen bei großer Hitze krebserregende Stoffe (Nitrosamine).
  • Beim gesunden Grillen kommt es auch darauf an, was du auf den Grill legst. Achte daher bei der nächsten Grillparty bei den Zutaten auf Ausgewogenheit sowie Vielfalt und verwende besser Gemüse und fettreichen Fisch als rotes Fleisch und Würste.